Dienstag, 19. Juni 2007
Agenda 21 und das Sandkorn
Auch Otto Herz spricht davon. Und zwar in folgendem Abschnitt.
Schule braucht Ressourcen für die Einlösung einer „Bildung an nachhaltiger Entwicklung“. Schulen sind aber auch für die Einlösung der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ eine Ressource.
Für mich stellt sich da ein Anfang einer Vernetzung dar. Gehen wird davon aus, dass die Schule genügend Ressourcen erhält, so werden sämtliche Schüler auf eine nachhaltige Entwicklung aufmerksam gemacht. Die Kinder lernen einen umweltbewussten Umgang kennen und werden ihn in ihrem späteren Leben beibehalten. Ihr Denken wird sich auf ihre Nachkommen übertragen und diese wären automatisch umweltbewusst, da sie sich an ihren Vorbildern orientieren. Diese Vernetzung zeigt auf, wie wichtig umweltbewusster Unterricht ist.
Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man sich sehnt, die man verwirklchen möchte, dann gibt es auch kein Motiv sich anzustrengen.
Auch ist es entscheidend das Ziel der Nachhaltigen Entwicklung zu sehen. Den ganzen Zusammenhang. Zu sehen was, jeder Einzelne oder eine Klasse bewirken kann.
Ich war gestern an einem Vortrag eines Astrophysikers am NTB. Unsere Welt ist ein Sandkorn von den gesamten Stränden der Welt. Es gibt unzählige andere Planeten, Sonnensysteme und Galaxien. Aber wir haben nur dieses eine Sandkorn. Wir wissen warum wir ns darum kümmern.
Sonntag, 17. Juni 2007
Nachtrag zu was motiviert mich nachhaltig zu handeln?

Ich habe zum Teil diesen Blog nicht immer sehr ernsthaft bearbeitet. Die Thematik ist sehr präsent und wichtig, allerdings dünkten mich die Fragen oft sehr gesucht und aufgesetzt.
Im letzten Post möchte ich einen versönlicheren Ton anschlagen. Denn ich weiss warum ich nachhaltig handle.
Erstens liebe ich es auf dieser Welt zu sein. Zweitens weiss ich um meine Verantwortung, die ich ihr gegenüber habe. Und drittens möchte ich vielleicht ja doch einmal Kinder.
Die Welt steht vor einem Abgrund. Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob wir sie noch retten werden können. Aber ich will mir nie den Versuch machen müssen, dass ich es nicht versucht hätte. Und wie Luther gesagt hat, dass wenn er sogar wüsste, dass am nächsten Morgen die Welt untergehen würde, ginge er trotzdem in den Garten um ein Apfelbäumchen zu pflanzen. Daran möchte ich mich orientieren.
Natürlich stellt sich die Frage warum ich es nicht immer mache. Oft, denke ich, ist es Bequemlichkeit. Wir verlieren das die Ganzheit unseres Planeten aus den Augen. Wir sehen die Zusammenhänge nicht. Wir sind abgestumpft gegen die Meldungen aus dem Ausland, die so weit weg sind, dass sie uns ja nicht betreffen, die von den Konsequenzen unserer Gleichgültigkeit behandeln.
Aber schon Camus hat gewusst, dass Gleichgültigkeit zerstört.
Der Apfelbaum ist gepflanzt, aber wir müssen unsere Trägheit überwinden und uns um ihn kümmern. Hoffen wir, dass das reicht.
Montag, 11. Juni 2007
Handeln in einer konsumorientierten Welt
Betroffenheit
Je nachdem, in welchem Gesellschaftskreis wir uns bewegen, wird die Bekleidung sehr genau betrachtet. Es werden Rückschlüsse aus dem Kleidungsstil und der Qualität der Kleider gezogen. Diese werden auf den Charakter der betroffenen Person übertragen. Als Lehrperson steht man somit unter dem ständigen Druck, sich dem Berufsstand entsprechend zu kleiden. Dies bezieht sich nicht nur auf die Arbeitszeit, sondern wird auch in der Freizeit erwartet.
In der Gesellschaft besteht eine fixe Vorstellung was das Aussehen von „Lehrpersonen“ betrifft. Zum Beispiel Birkenstöcke, alternative Kleidung, Kleidung aus Naturfasern … Wir als Junglehrer passen nicht in dieses Klischee und müssen uns immer wieder profilieren und teilweise sogar unseren eigenen Stil rechtfertigen.
Analyse der Bedürfnisse
• Als Individuum wahrgenommen und akzeptiert werden.
• Dem eigenen Sinn für Ästhetik folgen.
• Eigene Qualitäten und Kompetenzen durch angemessene Kleidung unterstreichen.
• Manchmal ist es nötig sich Kleidung zu kaufen, die dem eigenen Stil kaum entspricht, damit man im Gesellschaftskreis akzeptiert wird und das nötige Ansehen erhält.
Analyse der Handlungsbedingungen
• Es existieren viele verschiedene Kleidermarken, Kleiderstile und Qualitäten.
• In der Gesellschaft sind fixe Vorstellungen über die angemessene Kleidung verschiedener Gesellschaftskreise vorhanden.
• Viele Personen besitzen genügend finanzielle Mittel um die, ihrer Meinung nach, angemessene Kleidung zu kaufen.
• An Schulen herrscht oftmals ein grosser Druck, was die „Kleidungsvorschriften“ betrifft. Diese Vorschriften werden von den Schülerinnen und Schülern selbst entwickelt und resultieren in ungeschriebenen Regeln.
Fachliche Aufarbeitungsaspekte
http://phgr.educanet2.ch/vtg3psm5/.ws_gen/15/Kleider%20machen%20Leute.pdf
(Von unserer Kleidung erwarten wir viel: Sie soll bunt, pflegeleicht, knitterfrei, formbeständig
und natürlich auch nicht zu teuer sein. Doch die Kehrseite der Medaille:
Ohne die Chemie sind diese Wünsche nicht zu erfüllen
http://www.markus.gkgbe.ch/kleiderkuw.html
(Jugendliche äussern sich zum Thema, dass Kleider Leute machen)
http://blogs.kleidershop.ch/index.php?cat=28cat=28?
(Blog zum Thema: Kleider machen Leute)
http://emagazine.credit-suisse.com/app/article/index.cfm?fuseaction=OpenArticle&aoid=61786&lang=de
(Tipps von Clifford Lille: Kleider machen Leute)
http://www.geokey.de/bewerber/hinweise.bewerbungstipps.kleidung.htm
(Wie sie sich auf ein Bewerbungsgespräch vorbereiten – Kleider machen Leute)
http://www.ofv.ch/_uploads/presse/heinke.pdf
(Artikel von Dagmar P. Heinke: Nicht nur Kleider machen Leute!)
http://www.artofpassion.ch/kleider_machen_leute.html
(Kindermusical-Lied zum Thema Kleider machen Leute)
http://www.gottfriedkeller.ch/schule/s_frameset.html?
http://www.gottfriedkeller.ch/schule/kleider.htm
(Zusammenfassung des Stückes von Gottfried Keller: Kleider machen Leute)
Nachhaltiger Konsum – Auf dem Weg zur gesellschaftlichen Verankerung, G. Scherhorn, C. Weber ISBN 3-928244-85-x
( S. 119 Das Wollsockenimage überwinden, S. 131 das kommt gar nicht in die Tüte)
König Kunde ruiniert sein Land – Wie der Verbraucherschutz am Verbraucher scheitert. Und was dagegen zu tun ist. – B. Pötter- ISBN 3-936581-92-4
(Der Preis und sein Preis , Die konsumistische Internationale, sozial unsozial ganz egal, dem Schnäppchen ein Schnippchen schlagen)
Umsetzungskonzept
Einführung
Sozialer Zugang:
Was ziehst du gerne an? Wieso trägst du jene Kleider gerne? Was würdest du nie tragen? Warum sind dir Kleider wichtig? Wo kaufst du deine Kleider? Weist du wo deine Kleidung hergestellt wird?
Hauptteil I
Klischees von Kleidertypen aufzeigen und darüber diskutieren. Was ist cool? Wieso? Was ist in und was out? Könntest du dir vorstellen, einen Freund oder eine Freundin mit einem sehr speziellen Kleidungsstil zu haben?
-> Verschiedene Aufgaben, Diskussionen, Auseinandersetzungsmöglichkeiten
Hauptteil II
Produktion von Kleidung
Einfluss von der Produktion auf Menschen, die dort arbeiten
Einfluss der Produktion auf die Umwelt (Bleichmittel, Färbemittel, Baumwolle, Synthetische Stoffe…)
Schlussteil
Mögliche Aktivitäten
Wiederverwendung/Weiterverwendung von alten Kleidungsstücken (Einbezug von textilem Gestalten)
Kleiderbörse / Flohmarkt
Kleidersammlungsstelle besuchen
Kleider sammeln für Bedürftige
Qualitätsmerkmale
Fokus Kind
Kleider sind ein zeitloses Thema. Sie spielen in der Lebenswelt der Kinder eine grosse Rolle, bewusst und unbewusst. Kinder entwickeln ihr Modebewusstsein immer früher. Die Wirkung auf andere ist bereits im Kindesalter wichtig. Unserer Meinung nach ist es wichtig, dass man die Kinder über die Herstellung von Kleidern informiert. Die Kinder sollen in Zukunft ihre Auswahlkriterien für Kleidung nachhaltig verändern.
Fokus Sache
Die Diskussion über die unterschiedliche Wirkung von Menschen in verschiedener Kleidung spricht die Wert- und Sinnfrage an. Folgende Perspektiven können zu diesem Thema vermittelt werden:
- I und G (Wert und Sinnfrage)
- Geographie (Produktionsweg, Herstellungsorte, Stoff, Transportwege)
- Geschichte (Globalisierung, Industrialisierung, Individualisierung)
- Technik (Produktion und Herstellung)
Fokus Lernen
Durch die vielen möglichen Aktivitäten (siehe oben) die wir in unserem Planungsbeispiel aufgeführt haben, wird der Unterricht Handlungsorientiert und starkt Realitätsbezogen. Zudem kann ein Transfer zu der Herstellung von Nahrungsmitteln oder Allgemeingüter hergestellt werden.
Durch die Sammlung von Kleidung für Bedürftige, werden den Kindern Probleme von Andern bewusst gemacht und es wird ihnen gezeigt, wie sie selbst wirksam werden und helfen können.
Montag, 4. Juni 2007
Bring-und-Hol-Aktion
- Wie erging es Ihnen bei der Auswahl der mitgebrachten Gegenstände?
- Nach welchen Kriterien wählten Sie Ihre Gegenstände aus?
- Nahmen Sie sie schweren, leichten Herzens mit? Warum?
- Was löste es bei Ihnen aus, durch die Räume zu gehen und eine grosse Anzahl Gegenstände, die eigentlich Ihren Kolleginnen und Kollegen gehörten, zur freien Mitnahme vorzufinden?
- Vielleicht sind nicht alle Ihre Gegenstände an eine andere Person weitergegangen. Was empfinden Sie dabei?
- Habe ich mehr gebracht als genommen oder umgekehrt? Warum? (Es gibt für beides gute Gründe)
- Wie könnte eine solche „Bring-und-Hol-Aktion“ in Ihrer Schulpraxis umgesetzt werden?
- Für unsere Gruppe war es schwierig Gegenstände auszuwählen, weil es das erste Mal war und man sich fragte, was der Sinn dahinter war.
- Wir stellten uns folgende Fragen: Was brauch ich nicht mehr? Was kann ich entbehren und ist trotzdem gut erhalten? Was ist möglicherweise ein Gewinn für andere?
- Es fiel uns leicht uns von diesen Dingen zu trennen, obwohl gewissen Erinnerungen damit verbunden sind. Wäre uns die Trennung nicht leicht gefallen, hätten wir die Dinge nicht mitgenommen.
- Es war spannend und wie bei einem Flohmarkt. Wir hatten nicht das Gefühl, dass es noch den anderen gehört. Sie wollten es nicht mehr, sonst hätten sie es nicht mitgebracht. Interessant war auch der Vergleich: Was habe ich mitgenommen, was nahmen die anderen mit?
- Wir empfanden eine gewisse Indifferenz. Einerseits war es schade, diese Dinge nicht mehr im eigenen Besitz zu wissen, andererseits waren wir froh, dass sie jetzt einer anderen Person Freude bereiten konnten. Zurückgebliebene Gegenstände werden ja in ein Brockenhaus weitergegeben und landen somit nicht im Müll.
- Tendenziell wurde in unserer Gruppe weniger mitgenommen als gebracht. Man nimmt nur Sachen mit, bei denen man sich sicher ist, dass man sie brauchen kann. Die mitgebrachten Sachen haben nicht so einen grossen Stellenwert für einen selbst.
- Wir denken, dass es sinnvoll wäre, so eine Bring-Hol-Aktion mehrere Male durchzuführen. Da man am Anfang nicht richtig weiss, was man mitbringen soll, ist die erste Aktion wahrscheinlich nicht ein Grosserfolg. Doch mit der stetigen Wiederholung könnte diese Aktion zu einem guten Event werden.
Es wäre vielleicht eine gute Idee, wenn man eine Mindestanzahl der Gegenstände festlegt, da es sonst wahrscheinlich Kinder gäbe, die nur mitnehmen aber nichts bringen würden. Zudem wäre eine Option, dass man in diese Aktion die Eltern miteinbeziehen könnte.
Freitag, 1. Juni 2007
Weite Ferne...
Ich schaue mir den Himmel in weiter Ferne an, der sich unterdessen rötlich eingefärbt hat.
Ich finde es immer wieder wunderschön, diesem Naturschauspiel zuzuschauen. Wie es meist nur einige Minuten währt. Und genau diese Minuten geniesse ich jetzt, ganz für mich alleine. Wenn ich die Wolken so betrachte wird mir bewusst, wie klein und unbedeutend ich eigentlich bin. Ich kann nichts dafür/dagegen tun, wie die Wolkenformationen sich verändern. Die Natur hat da ihren ganz eigenen Willen. Sie kann tun und lassen was sie will.Ich halte mich allgemein sehr gerne in der Natur auf. Ich geniesse es öfters alleine in den Wald zu gehen oder einen Spaziergang zu machen und über mich und die Welt nachzudenken. Wenn man bedenkt, wie kraftvoll das alles um uns herum ist, wie viel Energie es braucht um von einem kleinen Sprössling zu einem 10-Meter Baum heranzuwachsen… Unglaublich. Und wir sägen dann dieses Naturwunder einfach ab um Papier oder Brennholz daraus zu machen. Etliche Jahre Kraft und Mühsal stecken in einem Baum und wir brauchen ca. 15 Minuten um dieses Bauwerk zu zerstören. Und welchen Nutzen ziehen wir aus dem Produkt „Baum“? Ein romantisches Kaminfeuer das ca. 3h währt oder einen Schreibblock den man sowieso nicht mehr braucht, da Briefe schreiben gemäss PTT immer uncooler wird. Soviel zum Thema Energieverschwendung…