Betroffenheit
Je nachdem, in welchem Gesellschaftskreis wir uns bewegen, wird die Bekleidung sehr genau betrachtet. Es werden Rückschlüsse aus dem Kleidungsstil und der Qualität der Kleider gezogen. Diese werden auf den Charakter der betroffenen Person übertragen. Als Lehrperson steht man somit unter dem ständigen Druck, sich dem Berufsstand entsprechend zu kleiden. Dies bezieht sich nicht nur auf die Arbeitszeit, sondern wird auch in der Freizeit erwartet.
In der Gesellschaft besteht eine fixe Vorstellung was das Aussehen von „Lehrpersonen“ betrifft. Zum Beispiel Birkenstöcke, alternative Kleidung, Kleidung aus Naturfasern … Wir als Junglehrer passen nicht in dieses Klischee und müssen uns immer wieder profilieren und teilweise sogar unseren eigenen Stil rechtfertigen.
Analyse der Bedürfnisse
• Als Individuum wahrgenommen und akzeptiert werden.
• Dem eigenen Sinn für Ästhetik folgen.
• Eigene Qualitäten und Kompetenzen durch angemessene Kleidung unterstreichen.
• Manchmal ist es nötig sich Kleidung zu kaufen, die dem eigenen Stil kaum entspricht, damit man im Gesellschaftskreis akzeptiert wird und das nötige Ansehen erhält.
Analyse der Handlungsbedingungen
• Es existieren viele verschiedene Kleidermarken, Kleiderstile und Qualitäten.
• In der Gesellschaft sind fixe Vorstellungen über die angemessene Kleidung verschiedener Gesellschaftskreise vorhanden.
• Viele Personen besitzen genügend finanzielle Mittel um die, ihrer Meinung nach, angemessene Kleidung zu kaufen.
• An Schulen herrscht oftmals ein grosser Druck, was die „Kleidungsvorschriften“ betrifft. Diese Vorschriften werden von den Schülerinnen und Schülern selbst entwickelt und resultieren in ungeschriebenen Regeln.
Fachliche Aufarbeitungsaspekte
http://phgr.educanet2.ch/vtg3psm5/.ws_gen/15/Kleider%20machen%20Leute.pdf
(Von unserer Kleidung erwarten wir viel: Sie soll bunt, pflegeleicht, knitterfrei, formbeständig
und natürlich auch nicht zu teuer sein. Doch die Kehrseite der Medaille:
Ohne die Chemie sind diese Wünsche nicht zu erfüllen
http://www.markus.gkgbe.ch/kleiderkuw.html
(Jugendliche äussern sich zum Thema, dass Kleider Leute machen)
http://blogs.kleidershop.ch/index.php?cat=28cat=28?
(Blog zum Thema: Kleider machen Leute)
http://emagazine.credit-suisse.com/app/article/index.cfm?fuseaction=OpenArticle&aoid=61786&lang=de
(Tipps von Clifford Lille: Kleider machen Leute)
http://www.geokey.de/bewerber/hinweise.bewerbungstipps.kleidung.htm
(Wie sie sich auf ein Bewerbungsgespräch vorbereiten – Kleider machen Leute)
http://www.ofv.ch/_uploads/presse/heinke.pdf
(Artikel von Dagmar P. Heinke: Nicht nur Kleider machen Leute!)
http://www.artofpassion.ch/kleider_machen_leute.html
(Kindermusical-Lied zum Thema Kleider machen Leute)
http://www.gottfriedkeller.ch/schule/s_frameset.html?
http://www.gottfriedkeller.ch/schule/kleider.htm
(Zusammenfassung des Stückes von Gottfried Keller: Kleider machen Leute)
Nachhaltiger Konsum – Auf dem Weg zur gesellschaftlichen Verankerung, G. Scherhorn, C. Weber ISBN 3-928244-85-x
( S. 119 Das Wollsockenimage überwinden, S. 131 das kommt gar nicht in die Tüte)
König Kunde ruiniert sein Land – Wie der Verbraucherschutz am Verbraucher scheitert. Und was dagegen zu tun ist. – B. Pötter- ISBN 3-936581-92-4
(Der Preis und sein Preis , Die konsumistische Internationale, sozial unsozial ganz egal, dem Schnäppchen ein Schnippchen schlagen)
Umsetzungskonzept
Einführung
Sozialer Zugang:
Was ziehst du gerne an? Wieso trägst du jene Kleider gerne? Was würdest du nie tragen? Warum sind dir Kleider wichtig? Wo kaufst du deine Kleider? Weist du wo deine Kleidung hergestellt wird?
Hauptteil I
Klischees von Kleidertypen aufzeigen und darüber diskutieren. Was ist cool? Wieso? Was ist in und was out? Könntest du dir vorstellen, einen Freund oder eine Freundin mit einem sehr speziellen Kleidungsstil zu haben?
-> Verschiedene Aufgaben, Diskussionen, Auseinandersetzungsmöglichkeiten
Hauptteil II
Produktion von Kleidung
Einfluss von der Produktion auf Menschen, die dort arbeiten
Einfluss der Produktion auf die Umwelt (Bleichmittel, Färbemittel, Baumwolle, Synthetische Stoffe…)
Schlussteil
Mögliche Aktivitäten
Wiederverwendung/Weiterverwendung von alten Kleidungsstücken (Einbezug von textilem Gestalten)
Kleiderbörse / Flohmarkt
Kleidersammlungsstelle besuchen
Kleider sammeln für Bedürftige
Qualitätsmerkmale
Fokus Kind
Kleider sind ein zeitloses Thema. Sie spielen in der Lebenswelt der Kinder eine grosse Rolle, bewusst und unbewusst. Kinder entwickeln ihr Modebewusstsein immer früher. Die Wirkung auf andere ist bereits im Kindesalter wichtig. Unserer Meinung nach ist es wichtig, dass man die Kinder über die Herstellung von Kleidern informiert. Die Kinder sollen in Zukunft ihre Auswahlkriterien für Kleidung nachhaltig verändern.
Fokus Sache
Die Diskussion über die unterschiedliche Wirkung von Menschen in verschiedener Kleidung spricht die Wert- und Sinnfrage an. Folgende Perspektiven können zu diesem Thema vermittelt werden:
- I und G (Wert und Sinnfrage)
- Geographie (Produktionsweg, Herstellungsorte, Stoff, Transportwege)
- Geschichte (Globalisierung, Industrialisierung, Individualisierung)
- Technik (Produktion und Herstellung)
Fokus Lernen
Durch die vielen möglichen Aktivitäten (siehe oben) die wir in unserem Planungsbeispiel aufgeführt haben, wird der Unterricht Handlungsorientiert und starkt Realitätsbezogen. Zudem kann ein Transfer zu der Herstellung von Nahrungsmitteln oder Allgemeingüter hergestellt werden.
Durch die Sammlung von Kleidung für Bedürftige, werden den Kindern Probleme von Andern bewusst gemacht und es wird ihnen gezeigt, wie sie selbst wirksam werden und helfen können.
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