Donnerstag, 19. April 2007

Nutzung Erneuerbarer Energien in meinem Dorf

Positive Elemente

In meinem Umfeld wird momentan sehr viel davon gesprochen, wie Häuser und öffentliche Gebäude möglichst Umweltfreundlich beheizt und mit Strom versorgt werden können.

Eines der wichtigsten Themen in dem Dorf in dem ich wohne, ist momentan der Bau einer neuen Doppelturnhalle. Erst kürzlich wurde an der Bürgerversammlung über den Projektierungskredit abgestimmt. Es gab große Diskussionen bezüglich eines extra Kredites, welcher speziell dafür aufgewendet werden soll, die umweltfreundlichste Energielösung für den Neubau zu ermitteln. Der hohe, vorgeschlagene Betrag des Gemeinderats wurde auf Anhieb einstimmig angenommen. die grüne Partei des Dorfes stellte einen Antrag für eine noch genauere Überprüfung durch Experten und einen Projektvorschlag diesbezüglich. Für die Ausführung dieses Antrags ist ein weiterer, ebenso hoher Kredit nötig. Der Zusatzantrag der "Grünen" fand grossen Anklang. Viele Bürger äußerten sich vor der Versammlung positiv darüber und bemühten sich die Anwesenden von der Notwendigkeit dieser zusätzlichen Maßnahmen zu überzeugen. Schlussendlich wurde auch dieser Antrag einstimmig angenommen.
Ich war sehr erstaunt, dass meine (sonst so sparsamen) Mitbürger solch grossen Wert auf eine umweltfreundliche Energienutzung legen und bereit sind viel Geld dafür zu investieren.
Defizite
Unser Haus liegt in einer eher ruhigen Gegend des Dorfes. Als Kinder spielten wir oft auf der Strasse, da sehr wenige Autos vorbeifuhren und wenn, dann nur Anwohner der selben Strasse oder deren Besucher.
Heute spielen meine Nachbarskinder zwar immer noch auf der Strasse, sie müssen aber alle fünf Minuten all ihre Spielsachen von der Strasse wegräumen, da, vor allem zu Stoßzeiten, viel mehr Autos diese Route wählen. Die Hauptstrasse ist jeweils überbelastet und um die Wartezeiten zu umgehen, weichen die Autofahrer auf unsere Strasse aus. Da diese parallel zur Hauptstrasse verläuft ist dies eine ausgezeichnete, zeitsparende Alternative. Mir ist aufgefallen, dass die meisten Wagen nur mit einer Person besetzt sind. Oftmals entdecke ich Menschen die ich kenne und von denen ich weiss, dass sie einen sehr kurzen Arbeitsweg haben. Aus irgend einem Grund wählen sie aber doch das Auto und nehmen nicht das Fahrrad.
Erkenntnisse
Ich bin einerseits positiv überrascht von dem Engagement für die Umwelt meiner Mitbürger, welche die Kredite für eine gründliche Abklärung der neuen Turnhalle bezüglich Nutzung alternativer Energien für die Stromversorgung bewilligt haben. Andrerseits stimmt mich die Situation auf den Strassen sehr nachdenklich. Alle wissen um die Umweltprobleme, die wir mit dem enormen Energie- und Ölverbrauch der Fahrzeuge verursachen und doch tut niemand wirklich etwas dagegen.

1 Kommentar:

sb hat gesagt…

Das ist wirklich beeindruckend, wie stark sich die Bürger von Balgach um die Umwelt sorgen und grosse Diskussionen, sowie Kredite in Kauf nahmen. Ich finde das wirklich gut, dass man nicht einfach möglichst billig baut und denkt, sondern sich umweltfreundliche Energielösungen überlegt. Leider ist das nicht überall so...
Ich finde das Beispiel sehr passend für das Thema und den Wochenimpuls! :-)