Der Wecker läutet. Es ist 6 Uhr morgens. Verschlafen knipse ich das Licht auf dem Nachttisch an und versuche langsam wach zu werden. Noch halb träumend geh ich ins Bad, betätige auch hier den Lichtschalter und schalte das Radio ein. Der erste Blick in den Spiegel ist mal wieder umwerfend… Nun kommt der lange Weg in die Küche. Auch hier wird als erstes das Licht angemacht und ich stecke 2 Scheiben Toast in den Toaster und stell die Tasse mit Milch in die Mikrowelle. 600W für 45 sek. Das sollte reichen. Ich watschle wieder zurück ins Zimmer und suche meine Kleider zusammen. Leider reicht das Licht der Nachttisch-Lampe nicht aus dafür und ich mache das Hauptlicht an. Na endlich! Da sind ja meine Jeans, die ich gestern nicht gefunden hab! Ich zieh mich also an und geh wieder ins Bad, wo ich mit dem Lied aus dem Radio mitsumme. Nun fängt die harte Porzedur an. Waschen, eincremen und ein bisschen hübsch machen… :) Muss ich mir noch die Augenbrauen zupfen? Für das brauche ich aber das Extra-Licht über dem Spiegel. Wenn ich auch diese Qualen hinter mich gebracht habe, steht natürlich noch Zähne putzen mit der elektrischen Zahnbürste an. 3 Minuten. Genau nach Vorschrift. Der Toast und die Milch sollten unterdessen fertig sein. Ich geh also wieder in die Küche und überprüfe den Stand der Dinge. Leider sind die Milch und der Toast unterdessen schon wieder kalt geworden und alles muss noch einmal aufgewärmt werden. In dieser Zeit kann ich kurz zurück in mein Zimmer hasten (schliesslich hab ich nur noch 15 Min. Zeit bis mein Bus fährt) und meine Sachen für die Schule packen. Nur die Ruhe, ich hab noch genug Zeit… Ich geh also „in aller Ruhe“ wieder in die Küche, pack mein Toastbrot, mach daraus ein Marmeladen-Brot, stürz die Milch runter (manomann, ist die heiss nach 3 Minuten…) und mach mich voller Elan auf den Weg in die Schule.Als ich am Abend nach Hause komme merke ich
- dass das Licht im Schlaf- & Bade-Zimmer nicht abgestellt war
- dass der Radio im Badezimmer immer noch lief
- dass das Licht in der Küche von meinem Mitbewohner ausgeschaltet wurde
Ok, ich bin wohl nicht gerade das Paradebeispiel beim Energiesparen im eigenen Haushalt. Aber ich denke genau hier wäre ein Ansatz, den man gut aufgreiffen könnte. Doch leider erweist sich dies oft schwerer als angenommen, da der Mensch ein „Gewohnheitstier“ ist. Eigentlich wäre es doch gar nicht so schwer, das Licht jeweils aus zu machen, wenn man einen Raum verlässt. Oder den Radio abzustellen, wenn man ihn doch sowieso nicht mehr braucht. Aber wenn man frühmorgens, noch im Halbschalf, die alltägliche Morgen-Prozedur verrichtet, denkt man wohl noch nicht allzu viel über die Energieverschwendung und nachhaltige Entwicklung nach.
Schade eigentlich.
1 Kommentar:
Ich hätte nicht gedacht, dass man an einem morgen soviele Dinge erledigen kann und das parallel miteinander und dabei sogar noch zu denken.
Den Blick in den Spiegel unterlasse ich meiner guten laune zuliebe ganz weg. Für morgenessen ist definitiv keine Zeit. Augenbraunen zupfen? Elektrisch oder von Hand? Marmelade auf das Brot?
Wie dem auch sei, liebe Frau, wenn du duscht reicht das uns Männern völlig.
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