Donnerstag, 3. Mai 2007

Achtsam durch die Woche (oder einen Morgen)



Es folgt ein Rückblick meiner Woche mit dem Schwerpunkt „im Alltag auf die Umwelt achten“.

Montag:

Wie immer klingelt mein batteriebetriebener Wecker viel zu früh. Ich schalte mein Handy ein, das, wie so oft, die ganze Nacht lang am Strom angeschlossen war, damit der Akku sicher aufgeladen ist am nächsten Morgen.
--> Um das Handy voll aufzuladen müsste es nicht länger als 3 Stunden angeschlossen sein!

Dann stecke ich zwar das Handy aus, lasse das Stromkabel aber in der Steckdose stecken.
--> ist zwar sehr bequem, aber nicht gerade achtsam

Als nächstes schalte ich das Radio ein und ziehe mich an, danach schalte ich das Radio wieder aus.
--> wenn man bedenkt, dass das Ritual „Anziehen“ nicht länger als 2 Minuten dauert, ist das Einschalten des Radios eine völlig nichtsnutzige Angewohnheit.

Weiter geht’s mit Frühstück. Ich fülle ungefähr 0.5 Liter Wasser in den Teekocher und schalte ihn ein. Während das Wasser zu kochen beginnt, fülle ich mir ein Schälchen mit Kornflakes. Noch bevor das Wasser ganz kocht, fülle ich es in eine Tasse mit einem Teebeutel.
--> Ausnahmsweise mal eine Energiesparende, achtsame Angewohnheit. Ich lasse das Wasser jedoch leider nicht aus Umweltschongründen nur kurz kochen, sondern weil der Tee sonst viel zu heiss zum Trinken wäre. Dadurch würde ich wertvolle Zeit verlieren, welche ich lieber mit Schlafen verbringe. Man bedenke aber, dass meine Mutter 30min nach mir sich auch einen Tee zubereitet. Bis dann ist das restliche Wasser im Kocher bereits abgekühlt, das heisst, sie braucht nochmals Energie um das Wasser für ihren Tee nochmals aufzuwärmen. War wohl schon wieder nichts mit dem nachhaltigen Verhalten.

Während des Frühstücks passiert meist nichts was hier speziell zu erwähnen wäre.
Danach gehe ich ins Badezimmer. Zahnpasta auf Zahnbürste, Wasser an, Wasser ab, Zähne putzen. Wasser an, spülen, Wasser ab. Wasser an, Gesicht waschen, Wasser ab.
--> Hier wird also kein unnötiges Verschwenden von Wasser praktiziert, immerhin!

Nach dem Badezimmer folgt ein weiterer Gang ins Zimmer. Radio an, Schulsachen einpacken, Radio aus.
--> Hierbei handelt es sich oftmals um weniger als 5 Minuten. Schon wieder ist das Einstellen des Radios eine völlig überflüssige Geste.

Weiter geht’s zur Garderobe; anziehen, Velo ausparken, nach Widnau fahren. Dort holt mich eine Kollegin mit dem Auto ab und wir fahren gemeinsam zur PHR.
-->Dadurch, dass ich mit dem Velo bis nach Widnau fahre spare ich Zeit und meine Kollegin Benzin. Das Autofahren danach ist natürlich umstritten, aber immer noch besser als wenn beide mit ihren eigenen Autos dieselbe Strecke zurücklegen würden.

Spätestens jetzt war ich aufgrund all dieser Überlegungen schon ziemlich deprimiert. Als ich dann noch das Schulzimmer betrat und bereits 5 Laptops und der Beamer am Strom angeschlossen waren und auf Hochtouren liefen, beschloss ich, mich von nun an auf die grösseren Dinge zu konzentrieren.
Eine ganze Woche zu dokumentieren würde den Blog hoffnungslos überlasten und viel Zeit in Anspruch nehmen. Mir genügte ein aufmerksamer Morgen völlig um mir bewusst zu machen, wie viele Kleinigkeiten man ändern könnte, um etwas Aufmerksamer mit der Natur umzugehen.
Rechnet man all meine „kleinen Fehler“ auf, auf, sagen wir mal, die ganze Schweizer Bevölkerung, und zählt man alle groben Fehler (z.B. Flugzeuge, Heizung, Verkehr…) hinzu, verwundert es mich, dass überhaupt noch so viel von der Natur übriggeblieben ist.

1 Kommentar:

Visuala hat gesagt…

Ich finde es vor allem 'krass' wenn man sich mal bewusst wird, wie viel Energie an der PH verbraucht wird. In der Aula laufen immer Laptops, der Beamer ist in Betrieb für die Vorlesungen, Mikros, Hellraumprojektor... Aber auch in den verschiedenen Seminaren wird viel Strom verbraucht; auch hier läuft der Beamer, Kopien müssen gemacht werden und vieles mehr.
Oder nur schon der Anfahrtsweg vieler Studenten und Dozierender. Würden alle in der Umgebung wohnen, könnte man viel Energie sparen. Doch dies kann wohl nicht erwartet werden.